15.04.2016

Lilly Lulay
upload yourself

 


Warte für Kunst
Lilly Lilay

Eröffnung und book launch Freitag, den 15.04.2016 um 19 Uhr
Ausstellungsdauer vom 16.04 bis 13.05.2016
Öffnungszeiten: Di. und Do. von 16 bis 19 Uhr
Die Opulenz von Bildern hält die Künstlerin Lilly Lulay davon ab Neue zu produzieren.
Als Grundlagen ihres künstlerischen Schaffens nutzt sie öffentliche und private Bild- und Fotoarchive. Bilder aus dem Internet, gefundene vom Flohmarkt oder geschenkte Fotografien von Freunden ergeben Material für ihre Werkreihen, die sich in Form von Collagen, Installationen oder als Strickereien manifestieren. Lulay’s Arbeitsweise, die sich als manuelle post-production beschreiben lässt, zielt darauf ab, theoretische Grundlagen des fotografischen Mediums zu untersuchen und zu hinterfragen. Im Zentrum ihrer künstlerischen Forschung steht somit die technologische Entwicklung des Bildes und die damit verbundene Veränderung im Sozialverhalten der Menschen.
In Lilly Lulays Ausstellung „UPLOAD YOURSELF“ ergänzt und führt sie die in 2015 entstandene Werkgruppe Liquid Portrait fbarchive25042015 weiter.
Quelle dieser Werkgruppe ist der visuelle Inhalt eines Facebook Accounts. Lilly Lulay eignet sich die dort versammelten Bilddateien an, arbeitet dieses personalisierte Informationsnetzwerk analog auf und setzt es in einer Wandskulptur wieder neu zusammen. Dadurch ergibt sich nicht nur das Portrait einer Privatperson, sondern eine Skulptur, die verdeutlicht, welches Volumen an Informationen einen allgemeinen Facebook Avatar ausmacht.
Eine bewegte Collage, per Video dokumentiert, ist das zweite Element von Liquid Portrait fbarchive25042015. Sie besteht aus den weggeschnittenen, vornehmlich monochromen Überbleibseln der Wandskulptur, aus hunderten, Fotofragmenten, die nach farblichen Parametern geordneten  und Zentimeter hoch übereinander geschichtet wurden. Es herrscht ein Überangebot an visuellen Informationen, das ähnlich der Nutzeroberfläche eines Facebookaccounts, stets aufs Neue Aufmerksamkeit des Betrachter einfordert.  In einen Zustand versetzt, der zwischen dem Erwarten eines neuen Höhepunkts und Überdruss schwebt, möchte man am liebsten selbst eingreifen, das Bild anhalten, weiter scrollen oder zurückspulen.

 


 

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